Cui Guotai
Jiang Zhi Xin

Malerei

17 April - 09 May 2009

Die chinesischen Maler Cui Guotai und Jiang Zhi Xin leben in Peking, sie kommen beide aus dem an die Innere Mongolei angrenzenden Norden Chinas: Cui Guotai aus dem Nordosten, aus Shen Yang der Hauptstadt des Provinz Liaoling, Jiang Zhi Xin aus dem Nordwesten, aus der Provinz Gan Su. Cui Guotai ist der um 20 Jahre jüngere, er wurde 1968 nach der Kulturrevolution geboren, Jiang Zhi Xin, geboren 1949, erlebte und erlitt die Zeit Maos und begann erst 1983, nach dem Ende der Kulturrevolution mit dem Studium der Malerei an der Zentralen Kunstakademie in Peking. In seinen Arbeiten ist das alte China noch vorhanden, westliche Einflüsse finden sich kaum. Er malt mit Tusche auf Reispapier die Landschaft seiner Heimat, den Gelben Fluss, die weiten Steppen im Sommer und im Winter, Berge und Täler. Mit schnellen Pinselstrichen hält er die Eindrücke fest, die das Erleben dieser Landschaft in seinem Inneren zurückgelassen hat, manchmal reduziert auf nur zwei Schafe in der weißen (von Schnee bedeckten) Weite, manchmal dramatisch dunkel und bewegt. Cui Guotai sieht China bereits mit westlichen Augen, er malt nicht mehr mit chinesischer Tusche, sondern mit Öl. Bis 1999 studierte er Ölmalerei an der Zentralen Kunstakademie in Peking. Sein China ist nicht mehr hauptsächlich Natur, es ist durchsetzt von menschlichen Hinterlassenschaften. Seine Heimatstadt war ein Zentrum der chinesischen Schwerindustrie von den Japanern und Soviets errichtet. Aber auch die kraftvollsten menschlichen Errungenschaften, die Technik, die Maschinen, Industrieanlagen sind vom Untergang bedroht, sie sind vergänglich und die Natur erobert sie sich zurück, wenn der Mensch sie verlassen hat. Diese Bilder entstehen mit gezielt gesetzten Pinselstrichen und zollen der chinesischen Kalligraphie und Tuschemalerei ihre Referenz.