Hans Boer

Quest of silence

November 16, 2018 - January 11, 2019 2018

November 16, 7pm

Hans Boer, AL16-13, 2016, Alkyd auf Leinen, 80x90cm

Hans Boer, AL17-01, 2017, Alkyd auf Leinwand, 110x120cm

Hans Boer, AL15-44, 2015, Alkyd auf Leinwand, 35x40cm

Hans Boer, AL17-13, 2017, Alkyd auf Leinwand, 24x30cm

Hans Boer, AL18-37, 2018, Alkyd auf Leinen, 35x40cm

Hans Boer, AL18-40, 2018, Alkyd auf Leinen, 110x100cm

Hans Boer, AL18-45, 2018, Alkyd auf Leinen, 90x80cm

Hans Boer, AL18-49, 2018, Alkyd auf Leinen, 80x90cm

Hans Boer, AL18-33, 2018, Alkyd auf Leinwand, 35x45cm

Hans Boer, AL17-42, 2017, Alkyd auf Leinen, 25x30cm

Hans Boer, AL18-08, 2018, Alkyd auf Leinen, 40x35cm

Ausstellungsansicht

Ausstellungsansicht

Ausstellungsansicht

Ausstellungsansicht

Die zahlreichen kleineren und größeren Bilder, die im Atelier von Hans Boer an der Wand hängen und auf dem Boden stehen, tragen alle unfraglich eine Handschrift. Auffallend ist, dass die meisten von ihnen eine entweder horizontale oder vertikale Teilung vorweisen, die Assoziationen an Landschaft wachrufen. […] Dennoch: Die Bilder können keine Landschaft darstellen, dazu sind sie viel zu abstrakt. Hans Boer: «Ich habe nichts dagegen, wenn Betrachter Landschaften in meinen Bildern sehen, es ist jedoch mein Anliegen, jegliche Referenzen hinter mir zu lassen. […] Seine Faszination mit dem Gedanken, vergangene Zeit sichtbar zu machen, wird in seiner Arbeitsweise offensichtlich, «Nachdem ich die Form mit Kohle oder Farbe außen umgrenzt habe, beginne ich Schicht für Schicht zu malen. Mit Alkyd (einer schnell trocknenden Ölfarbe) kann ich leicht nass-in-nass malen, was es erlaubt, dass die Farben sich perfekt vermischen. […]

 

Hans Boer gelingt es, in seiner Arbeit eine ganz persönliche Vorstellung von Stille und Monumentalität zu vermitteln. Das hat damit zu tun, wie er seine visuellen Ausdrucksmittel anwendet. Die vorher erwähnten horizontalen und vertikalen Strukturen auf der Leinwand, geben seinen Bildern eine bestimmte kontemplative Stille. Und die vorherrschende Palette irdener, gedämpfter Farben verstärkt noch die Ruhe und Klarheit. Jedoch gibt es noch einen weiteren Aspekt in seinen Bildern. Die in sich ruhende Komposition wird durch die Bewegung des Pinsels subtil herausgefordert. Als ob bei einer gleichbleibenden und festgelegten Vorgabe, im wörtlichen Sinn Raum für Individuelles geschaffen wird, für Gefühl, vielleicht sogar für Instabilität. Die Dualität spiegelt sich in den Formen und Farben wider, die oft ihren Gegenpol an einer anderen Stelle im Bild haben. Das ist nich gegensätzlich gedacht, sondern mehr dahin gerichtet Balance zwischen ihnen herzustellen. Farbe und Formen verstärken sich gegenseitig und zusammen erhöhen sie die Harmonie und Ausgeglichenheit im Bild. Aber auch hier achtet er sorgfältig darauf, dass es nicht – wie er selbst sagt – ein billiger Gag ist, dass es nichts Dekoratives hat: Dem Bild einen Inhalt zu geben, das ist das höchste Ziel. Er schreibt «Tatsächlich bin ich ständig dabei, das Unnötige wegzunehmen, Details zu reduzieren, um sicher zu stellen, dass sich der Betrachter nicht darin verliert. Besonders Wiedererkennbares, die menschliche Figur zum Beispiel, kann ziemlich ablenkend wirken und sich vor die Dinge stellen. Der Betrachter ist von Natur aus darauf fokussiert und es kann leicht passieren, dass ein Bild anekdotisch wird. Das trägt überhaupt nicht zu dem bei, was ich sagen will. Für mich geht es um die Stille, die meinen Bildern innewohnt, um den Verfall: Um Schönheit und ihrem Gegenteil. Denn nur dadurch wird sie interessant.

 

Ankie Boomstra, Schriftstellerin und Kuratorin: aus ihrem Vorwort zum Katalog «Hans Boer. Quest for silence», Groningen 2018

 

Hans Boer (*1947 Amsterdam) lebt und arbeitet in Groningen. Er studierte Malerei an der Rijksakademie Amsterdam. Seit 1975 arbeitet er als freier Künstler. Seit 1987 werden seine Bilder in Einzel- und Gruppenausstellungen hauptsächlich in Holland gezeigt. Er ist in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten, darunter gehört beispielsweise das Museum Voorlinden (Caldic Sammlung), Wassenaar, the Museum Belvédère, Heerenveen, die Wilploo Sammlung.

 
 

The numerous small and medium-sized paintings hanging and standing around in Hans Boer’s atelier, all unmistakeably belong to one specific family. What stands out is that most of these works feature a distinct horizontal or vertical surface division, allowing them to be easily associated with landscapes. […] Nevertheless, these works are not actually landscapes at all, because in that sense they are far too abstract. Hans Boer: «I do not mind viewers visualising landscapes in my work, however my intention is to exceed reference.» […] This fascination with the visibility of time passing away is also evident in the way he works: «After outlining the main shape with charcoal or paint, I start painting layer for layer. With alkyd (fast-drying-oil paint) one can easily paint wet-into-wet, allowing the colours to mix perfectly. […]

 

Hans Boer manages to impart a completely unique personal sense of silence and monumentality to his work. This has everything to do with the way he applies his visual means of expression. His earlier mentioned distinct horizontal and vertical surface patterns, provide his paintings with a certain calm motionlessness. And the predominant by earthy and muted colours add to this serenity. However, there is yet another dimension to his work. The peacefulness of his compositions is subtly challenged by the movement of his brush stroke. As if, within a stable and fixed setting, room is literally created for uniqueness, commotion, maybe even for volatility. This kind of duality is also illustrated by shapes and colours, which often have their counterpart elsewhere within the painting’s plane. More than in an oppositional sense, this is about balancing shapes and colours, which augment each other, need each other and together enhance the harmony and peacefulness in the painting. Yet here as well, he carefully sees to it that doesn’t become – in his own words – a cheap gimmick, that it exceeds mere decoration: all for the «higher goal» of content. He notes: «In fact I am continuously stripping the unnecessary, reducing the level of detail and thus ensuring that the viewer doesn’t lose him or herself in these things. Especially recognisable shapes or – for instance – human figures, can be quite distracting and get in the way of things. Viewers are inherently focussed on such things, allowing it all quite easily to become a bit anecdotic. That’s not useful at all for what I am trying to say. To me it’s about silence, which my work should contain, the deterioration, the beauty, while simultaneously this same beauty should have a little edge to it, because that’s what makes it exciting.»

 

Ankie Boomstra, curator, writer: from her preface to the catalogue «Hans Boer. Quest for silence», Groningen 2018

 

Hans Boer (*1947 Amsterdam) lives and works in Groningen. He studied painting at the Rijksakademie Amsterdam. Since 1975 he works as an artist. Since 1987 his work is shown in one-person and group exhibitions mainly in Holland. It is in numerous private and public collections, among them the collection of the Museum Voorlinden (Caldic Collection), Wassenaar, the Museum Belvédère, Heerenveen,
the Wilploo Collection.

 
 

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